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Sternenstaub

Der Mann hinter dem Savoy Hotel war der Impresario Richard D’Oyly Carte, ein Showman durch und durch. Als er den Sprung vom Theaterproduzenten zum Planer und Bauherrn des ersten gezielt darauf ausgelegten Luxushotels in London wagte, wusste er sehr genau, wie wichtig die Inszenierung ist, damit eine Show zum Publikumsmagneten wird. Als Prominente galten im 19. Jahrhundert vor allem Mitglieder des Königshauses oder Entertainer, insbesondere die Hauptdarstellerinnen und Opernstars der damaligen Zeit. Sie alle erfüllten das Savoy mit ihrem Glanz, und D’Oyly Cartes Erfolgsrezept hat Geschichte geschrieben.

Sarah Bernhardt und Dame Nellie Melba

Von dem Moment an, als das Hotel 1889 seine Türen öffnete, zog es die glamourösesten, berühmtesten und elegantesten Prominenten an. Zu den ersten und bemerkenswertesten Stammgästen zählte die berühmte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt. Sie reiste mit ihrem roten Irish Setter Tosco an und freute sich stets auf ein Wiedersehen mit ihrem Jugendfreund Auguste Escoffier, der damals Küchenchef des Savoy war. Auch die gefeierten Operndiven Adelina Patti und Dame Nellie Melba waren regelmäßig zu Gast. Nellie Melba zu Ehren kreierte Escoffier sogar das Dessert Pfirsich Melba und den Melba-Toast. Die bildschöne Schauspielerin Lillie Langtry war eine enge Freundin des Prince of Wales (dem zukünftigen König Edward VII.), der das Savoy ebenfalls gern beehrte. Später bewohnte Lillie Langtry dauerhaft ein Appartement im Savoy.

Von Marlene bis Marilyn

Das Savoy war der ultimative Ort zum Sehen und Gesehenwerden. Während die Dolly Sisters, ein berühmt-berüchtigtes Varietékünstler- und Zwillingspaar, in den 1920er-Jahren im Hotel residierten, erlebte dort auch die noch nahezu unbekannte blonde Schauspielerin Marlene Dietrich erstmals englischen Luxus. Sie kam schnell auf den Geschmack und kehrte fast ihr ganzes Leben lang regelmäßig zurück. Zu den blonden Schönheiten unter den Gästen zählten außerdem die glamourösen französischen Musiktheaterstars Alice Delysia und Mistinguett. Letztere ließ ihre Beine für 500.000 Franc versichern. Als dann der Kinofilm in Mode kam, beehrte eine neue Art von Stars das Savoy: Mary Pickford, Al Jolson, Cary Grant mit Virginia, seiner ersten von mehreren Ehefrauen, Tallulah Bankhead, John Wayne, Ava Gardner und Frank Sinatra (letztere sowohl vor als auch während und nach ihrer Ehe), Vivien Leigh, die Marx Brothers, Laurel und Hardy, Bob Hope sowie schließlich die ultimative Blondine Marilyn Monroe. Aber sie alle bildeten nur die Spitze des Eisbergs.

Italienischer Glamour trifft auf Rock’n’Roll

Als in London ein italienisches Filmfestival stattfand, hielt mit den italienischen Schauspielerinnen auch der Glamour der alten Schule Einzug im Savoy. Leinwandlegenden wie Sophia Loren und Gina Lollobrigida präsentierten sich in ihren Ballkleidern für das Highlight des Festivals, eine Filmvorführung auf dem Leicester Square, zu der sich selbst die Queen einfand. Mit dem Aufstieg des Rock and Roll in den 1950er-Jahren folgten dann die ersten Popstars der modernen Zeit. In die Fußstapfen klassischer Musikgrößen von Giacomo Puccini, George Gershwin und William Walton bis zu Maria Callas, die seit jeher im Savoy verkehrten, traten Bill Haley und seine Comets, die ihren ersten international erfolgreichen Rock’n’Roll-Hit gelandet hatten. Ein Jahrzehnt später wohnte Bob Dylan mit seiner Freundin Joan Baez im Hotel und empfing dort die Beatles.

Ich sehe was, was du nicht siehst …

Kommen heute immer noch so berühmte Stars ins Savoy? Wir dürfen es nicht verraten, denn während die Stars von damals auf Publicity aus waren, suchen die Prominenten von heute Privatsphäre. Doch Rihanna buchte die Savoy Suite ganz offiziell, um dort an ihrem 2011 veröffentlichten Album Talk That Talk zu arbeiten, und Duran Duran nahmen das komplette Video zu ihrem Song Girl Panic (2010) im Savoy auf. Taylor Swift hatte ein Fotoshooting für die Vanity Fair in der Beaufort Bar und ließ das Savoy in ihrem Video für End Game (2017) auftauchen. Es gibt also keine Garantie, aber unsere Gäste und Besucher werden sehr wahrscheinlich auch heute noch jemandem begegnen, der ein bisschen Sternenstaub im Savoy hinterlässt.

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